Manchmal sind es die spontanen Entscheidungen, die eine Reise unvergesslich machen. Eigentlich hatten wir für Ende März ein langes Wochenende gebucht – nur das Ziel stand noch nicht fest. Also ließen wir kurzerhand das Wetter entscheiden.
Während es in München kalt, grau und regnerisch war, sah die Vorhersage für die nähere Umgebung alles andere als vielversprechend aus. Dauerregen überall. Die einzige Region mit Sonne und frühlingshaften Temperaturen? Ein Stück weiter südlich – im Tessin. Unsere Wahl fiel daher spontan auf Lugano in der Schweiz.
Campingplatz & Lage
Dieses Mal haben wir unseren Campingplatz drei Tage im Voraus gebucht – und das war die richtige Entscheidung. Der Camping Lugano Lake liegt direkt am See und bietet eine perfekte Kombination aus Natur, Komfort und Lage.
Lage – Camping mit Seeblick im Tessin
- Direkter Zugang zum Luganersee
- Stellplätze nur wenige Meter vom Wasser entfernt
- Mediterranes Flair mit Palmen
- Bergkulisse im Hintergrund
Unser Stellplatz lag in der zweiten Reihe – nur wenige Schritte vom See entfernt. Die erste Reihe wäre natürlich spektakulärer gewesen, aber der Aufpreis war es uns nicht wert. Auch aus der zweiten Reihe hatten wir einen wunderschönen Blick. Das Gute: Man kann sich den Stellplatz (je nach Verfügbarkeit) relativ frei aussuchen.
Ausstattung & Facilities
Wer nach Camping am Luganersee mit guter Ausstattung sucht, ist hier richtig.
- Moderne, saubere Sanitäranlagen
- Warmwasserduschen
- Waschmaschinen & Trockner
- Spülmöglichkeiten
- Stromanschlüsse an den Stellplätzen
- WLAN
- Ein kleiner Laden für das Nötigste
- Restaurant / Snackbar auf dem Gelände
- Direkter Seezugang mit Liegewiese
- Spielplatz für Kinder
Gerade im Frühling war es hier herrlich ruhig – perfekt, um zu entspannen und die Sonne zu genießen.


💰Kosten (2025): 51 CHF (ca. €52) pro Nacht (1 VW-Bus, 2 Personen inkl. Kurtaxe & Ticino Ticket)
Unsere Erfahrungen
Vorbereitungen: Einkaufen in Deutschland, Schweizer Vignette & Simkarte für Internet
Nach unseren Erfahrungen in Zürich wussten wir:
Lebensmittel in der Schweiz können deutlich teurer sein als in Deutschland. Deshalb haben wir für unseren 5-tägigen Camping-Trip nach Lugano alles Nötige bereits zuhause eingekauft. Von Pasta über Frühstück bis Snacks – wir waren komplett vorbereitet. Das spart nicht nur Geld, sondern auch Zeit vor Ort.
👉Unser Tipp: Wenn ihr länger campt, lohnt sich der Einkauf in Deutschland definitiv.
❗Schweizer Vignette – Kosten & wichtige Infos ❗
Wer mit dem Auto in die Schweiz fährt, benötigt eine Autobahnvignette.
Preis: 40 CHF (ca. 42 €)
Gültigkeit: Ein ganzes Kalenderjahr
Für alle, die öfter in die Schweiz reisen, lohnt sich das absolut. Für einen einmaligen Kurztrip ist es zwar ein zusätzlicher Kostenpunkt, aber leider alternativlos, wenn man die Autobahnen nutzen möchte.
❗Roaming & Internet in der Schweiz – Wichtiger Reisetipp❗📱
Ein wichtiger Punkt bei einer Reise in die Schweiz ist das Thema Roaming und mobiles Internet. Die Schweiz gehört nämlich nicht zur EU-Roaming-Zone, was bedeutet, dass bei vielen Mobilfunkanbietern zusätzliche Kosten für mobile Daten entstehen können. Gerade bei einem Roadtrip oder Campingurlaub nutzt man das Internet doch häufiger als gedacht – zum Beispiel für Navigation, Zugverbindungen oder Restaurant-Suche. Offline-Karten, sind zwar eine Möglichkeit, aber wir wollten auf Nummer sicher gehen. Deshalb haben wir uns vor der Reise eine eSIM für mobiles Internet in der Schweiz gekauft – bei Digital Republic.
💰Kosten: 19 € für 30 Tage Daten. Auch wenn wir sie nicht so lange gebraucht haben, hat sich das definitiv gelohnt und wir hatten während der ganzen Reise stabiles Internet.
👉Unser Tipp:
- Prüft, ob die Schweiz in eurem Mobilfunkvertrag inkludiert ist
- Falls nicht: Roaming und mobile Daten vor der Grenze deaktivieren, um hohe Kosten zu vermeiden
- Alternativ: eine eSIM für mobiles Internet in der Schweiz kaufen
Roadtrip von München nach Lugano – Anreise mit dem Auto
Für alle, die einen Wochenendtrip nach Lugano planen: Die Anreise mit dem Auto ist unkompliziert und landschaftlich wunderschön.
Nach dem Frühstück sind wir gegen 10:30 Uhr losgefahren. Kurz vor der Schweizer Grenze meldete sich noch einmal der Hunger – also ein schneller Stopp bei Burger King.
Danach ging es weiter Richtung Süden. Was diese Strecke so besonders macht:
Je näher man den Alpen kommt, desto spektakulärer wird die Landschaft. Schneebedeckte Gipfel, Tunnel durch massive Bergketten und immer wieder beeindruckende Ausblicke. Die Straßen waren überraschend frei – bis wir in Lugano ankamen. Berufsverkehr unnd zwar richtig. Innerhalb der Stadt wurde es plötzlich chaotisch und sehr voll.
👉Unser Tipp: Wenn möglich, nicht zur Rushhour in Lugano ankommen.

Gegen 17:30 Uhr erreichten wir schließlich den Campingplatz. Der Check-In verlief unkompliziert und wir wurden sehr freundlich empfangen. Wir bauten alles auf, packten unsere Sachen aus und richteten uns ein. Nach der Fahrt war Dominik ziemlich müde und ging früh schlafen, während Ola noch einen kleinen Spaziergang in der Umgebung machte, um die Gegend zu erkunden.



Tag 1: Frühstück am Camper & Fahrradtour zum Monte Caslano Natural Park
Der erste Morgen begann ganz traditionell – mit Olas berühmten Rühreiern mit Schinken und Tomaten. Bei strahlendem Sonnenschein schmeckte das Frühstück draußen vor dem Camper natürlich doppelt so gut.


Da das Wetter so schön war, beschlossen wir, die Gegend mit dem Fahrrad zu erkunden. Unser Ziel war der Monte Caslano Natural Park. Da wir beide normale Fahrräder ohne E-Motor haben, war klar: Mountainbike-Strecken kommen nicht infrage. Deshalb wollten wir einfach so weit fahren, wie es gemütlich möglich ist.
Am Ende waren es nur etwa 5 Kilometer, aber wir ließen uns bewusst viel Zeit. Unser Ziel war es, möglichst nah am Seeufer entlangzufahren – leider war das nicht überall möglich. Deshalb führte unsere Route oft durch kleine Wohngebiete und Nebenstraßen. Aber genau das macht solche Touren ja oft besonders: Man entdeckt Orte, die man sonst nie sehen würde.



Mittags angekommen machten wir eine Pause auf einer Bank, snackten ein bisschen und genossen einfach die Ruhe und den Blick auf den See.



Überraschung im Supermarkt in Caslano
Auf dem Rückweg fuhren wir noch durch das kleine Städtchen Caslano – wirklich süß und charmant. Dort machten wir spontan einen Stopp in einem Supermarkt, einfach aus Neugier: Wie teuer sind Lebensmittel hier wirklich?
Zu unserer Überraschung waren die Preise gar nicht so extrem wie erwartet. Einige Produkte waren zwar teurer als in Deutschland, aber andere waren ähnlich teuer oder sogar etwas günstiger. Man merkt deutlich, dass man hier sehr nah an der italienischen Grenze ist. Viele Menschen sprechen hier auch hauptsächlich Italienisch und nicht Deutsch. Die Preise sind daher deutlich näher an italienischen Preisen als an denen von Zürich.
Hätten wir das vorher gewusst, hätten wir vielleicht nicht ganz so viel Essen aus Deutschland mitgebracht – aber sicher ist sicher.


Campingleben: Neue Markise montieren
Gegen 14:30 Uhr waren wir wieder zurück auf dem Campingplatz. Dort wollten wir unser neues Camping-Gadget ausprobieren: Seitenwände für unsere Thule-Markise. Wir hatten sie vor ein paar Wochen gekauft, um bei schlechtem Wetter besser vor Wind und Regen geschützt zu sein. Dominik begann, die Anleitung zu lesen – und stellte schnell fest, dass man dafür einen Bohrer braucht. Natürlich hatten wir keinen dabei.
Aber genau das ist Camping: Man hilft sich gegenseitig. Unsere Nachbarn hatten tatsächlich alles, was wir brauchten. Einer hatte den Bohrer, der andere die passenden Aufsätze – und am Ende konnten wir die Seitenwände problemlos montieren.


Währenddessen bereitete Ola schon hungrig Wraps zum Mittagessen vor.
Den restlichen Nachmittag und Abend verbrachten wir damit, uns mit anderen Campern zu unterhalten. Genau solche Begegnungen machen Camping für uns so besonders. Abends kochten wir Spaghetti Bolognese.


Als es später etwas kühler wurde und viele Camper bereits in ihre Wohnmobile verschwanden, konnten wir dank unserer neuen Markise und der Seitenwände weiterhin gemütlich draußen sitzen – geschützt vor Wind und Kälte.
Tag 2: Tagesausflug zum Parco delle Gole della Breggia
Am nächsten Tag machten wir einen kleinen Ausflug. Zuerst fuhren wir mit dem Zug nach Lugano und stiegen dort um Richtung Balerna. Unser Ziel war der Parco delle Gole della Breggia. Ola hatte online Bilder von angeblichen Wasserfällen entdeckt – das klang natürlich vielversprechend.


👉Ein großer Pluspunkt:
Mit unserem Aufenthalt auf dem Campingplatz bekamen wir eine kostenlose Karte für den öffentlichen Nahverkehr in Tessin. Damit konnten wir Bus und Bahn in der Region komplett gratis nutzen – ein wirklich tolles Extra.
Die Zugfahrt war wunderschön und führte teilweise direkt am See entlang. Vor Ort mussten wir jedoch feststellen, dass die Wasserfälle online deutlich spektakulärer aussahen als in der Realität. Wirklich beeindruckende Wasserfälle gab es leider nicht. Aber trotzdem: Der Ausflug war schön und eine interessante Erfahrung.






Sushi im Park & Rückfahrt
Nachdem wir die Gegend erkundet hatten, gingen wir noch zu Lidl und kauften uns Sushi und etwas Süßes zum Mittagessen. Das aßen wir anschließend ganz entspannt in der Sonne im Park.



Danach ging es mit dem Zug zurück nach Lugano und anschließend wieder zum Campingplatz.
Abends gab es Chili con Carne mit Reis, das wir bereits zuhause vorbereitet hatten. Den Abend verbrachten wir wieder mit unseren Camping-Nachbarn.

Tag 3: Ein entspannter letzter Urlaubstag
Für den nächsten Tag hatten wir ursprünglich eine Wanderung geplant. Allerdings war es ziemlich windig – und ehrlich gesagt waren wir auch einfach ein bisschen faul. Also entschieden wir uns bewusst für einen entspannten Urlaubstag. Wir lasen Bücher, genossen die Sonne und machten den Grill an. Tatsächlich bekamen wir sogar einen leichten Sonnenbrand – Ende März!



Am Nachmittag machten wir noch einen Spaziergang zum kleinen Flughafen in der Nähe des Campingplatzes. Von dort hatte man eine wunderschöne Aussicht auf die umliegenden Berge, die teilweise noch mit Schnee bedeckt waren. Es war der perfekte letzte Urlaubstag.



Heimreise durch ein Winterwunderland
Am nächsten Morgen frühstückten wir noch einmal gemütlich, packten alles ohne Stress zusammen und machten uns gegen 11 Uhr auf den Heimweg. Auf der Rückfahrt fuhren wir wieder durch die Alpen – und plötzlich waren wir wieder mitten im Winterwunderland. In den Bergen lag noch richtig viel Schnee.


Zum Glück verlief die Heimfahrt ohne größere Staus und wir kamen gut wieder zuhause an.
Unser Fazit
Unser spontaner Roadtrip nach Lugano war definitiv die richtige Entscheidung. Während wir in München noch im kalten Regen gestartet sind, wurden wir im Tessin mit Sonne, milden Temperaturen und sogar einem kleinen Sonnenbrand Ende März belohnt.
Das Tessin hat ein besonders mildes, fast mediterranes Klima. Durch seine Lage südlich der Alpen gehört die Region zu den sonnigsten Gegenden der Schweiz. Gerade im Frühling ist es hier oft deutlich wärmer als im Norden der Schweiz oder in Süddeutschland – perfekt also für einen spontanen Kurztrip, wenn man dem grauen Wetter entfliehen möchte.
Auch unser Campingplatz, Camping Lugano Lake, war für uns auf jeden Fall die richtige Wahl. Die Lage direkt am See ist einfach traumhaft und gleichzeitig sehr praktisch: Der Bahnhof und ein Supermarkt sind schnell erreichbar, sodass man die Umgebung problemlos auch ohne Auto erkunden kann.
Im Vergleich zu vielen anderen Campingplätzen in der Region fanden wir die Preise absolut fair, besonders für diese Lage direkt am Wasser. Ein weiterer großer Pluspunkt war die kostenlose ÖPNV-Karte, die wir während unseres Aufenthalts bekommen haben. Damit konnten wir Bus und Bahn in der ganzen Region gratis nutzen – ein wirklich tolles Extra.
Der Campingplatz ist außerdem ein perfekter Ausgangspunkt, wenn man länger in der Gegend bleiben und das Tessin weiter erkunden möchte – sei es rund um den Luganersee, in den Bergen oder in den kleinen italienisch geprägten Dörfern der Region.
Für uns steht jedenfalls fest:
Die Schweiz hat noch viel mehr zu bieten – wir werden definitiv wiederkommen. 🌞🚐

Lugano Altstadt (Piazza della Riforma, Lugano Cathedral, Seepromendade), Monte Brè Aussichtspunkt, Monte San Salvatore, Parco Ciani, Tagesausflug nach Morcote … mehr
Altstadt von Lugano erkunden
Die Altstadt von Lugano gehört zu den schönsten historischen Zentren im Tessin. Kleine Gassen, italienisch geprägte Architektur und gemütliche Cafés machen einen Spaziergang hier besonders charmant. Highlights in der Altstadt:
- Piazza della Riforma – der zentrale Platz der Stadt
- Lugano Cathedral (Cattedrale di San Lorenzo) – die Kathedrale von Lugano liegt oberhalb der Altstadt und bietet eine wunderschöne Aussicht über die Dächer der Stadt
- LAC Lugano Arte e Cultura – das moderne Kulturzentrum von Lugano ist ein architektonisches Highlight der Stadt. Hier finden regelmäßig Konzerte, Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen statt
- Seepromenade von Lugano – ein Spaziergang entlang der Promenade gehört zu den schönsten Aktivitäten in der Stadt. Von hier habt ihr einen tollen Blick auf den Luganersee, die Berge und die kleinen Boote im Hafen
- viele kleine Restaurants und Gelaterias
Aussicht vom Monte Brè
Der Monte Brè ist einer der bekanntesten Aussichtspunkte in Lugano. Vom Gipfel hat man einen spektakulären Blick über den Luganersee und die umliegenden Berge. Der Berg gilt als einer der sonnigsten Orte der Schweiz und ist sowohl mit der Standseilbahn als auch über Wanderwege erreichbar.
Panorama vom Monte San Salvatore
Ein weiteres Highlight ist der Monte San Salvatore, der wegen seiner markanten Form oft als „Zuckerhut von Lugano“ bezeichnet wird. Von oben genießt man einen beeindruckenden 360-Grad-Blick über den See und die Alpen. Besonders bei gutem Wetter lohnt sich der Ausflug – entweder mit der Funicular-Bahn oder über eine Wanderung.
Entspannen im Parco Ciani
Direkt am See liegt der wunderschöne Parco Ciani, einer der beliebtesten Parks in Lugano. Zwischen Palmen, alten Bäumen und gepflegten Grünflächen kann man hier wunderbar spazieren gehen oder einfach die Aussicht auf den Luganersee genießen.
Tagesausflug nach Morcote
Das kleine Dorf Morcote gilt als eines der schönsten Dörfer der Schweiz. Besonders sehenswert sind die historische Uferpromenade, die Kirche Santa Maria del Sasso und die engen Treppen und Gassen.
Morcote liegt nur etwa 20 Minuten von Lugano entfernt und eignet sich perfekt für einen Halbtagesausflug.

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